Partnerschaft, Sex, Sexualität

Länger durchhalten:Ein Ratgeber für Männer

Manchmal ist Mutter Natur ziemlich unfair, was die Verteilung der Fähigkeiten anbelangt – auch im Bett. Wo Frauen viele Orgasmen nacheinander haben und somit über Stunden ununterbrochene Lust genießen können, sieht es bei der Männerwelt deutlich anders aus. Ein Orgasmus. Danach folgt das, was die Medizin Refraktärphase nennt: eine von Mann zu Mann unterschiedliche und altersabhängige Zwangspause. Während dieser ist es nicht nur unmöglich, erneut steif zu werden, sondern bei den meisten Kerlen sinkt auch die Erregungskurve so tief, dass sie kaum Lust haben, auf andere Weise das Liebesspiel fortzusetzen.

Dieses eine Mal sollte deshalb so lange wie möglich andauern. Wie dir das gelingt, erfährst du jetzt.

Zu kurz: Definitionssache?

Vielleicht fragst du dich jetzt, wie lange du überhaupt, ohne weitere Maßnahmen, durchhalten können solltest. Der einzige seriöse Anhaltspunkt dafür ist eine ältere Studie der Queensland-Universität. Sie fand heraus, wie lange durchschnittlicher Sex dauert:

  • Bei 18- bis 30-Jährigen zirka 6,5 Minuten,
  • Bei Ü50-Männern 4,3 Minuten,
  • Im altersunabhängigen Schnitt 5,4 Minuten.

Damit ist die Zeit zwischen Beginn des Sex und Erguss gemeint. Wenn du es auf derartige Werte bringst, musst du dir sowieso keine Sorgen machen, zu kurz durchzuhalten. Außerdem hängt Sexqualität nicht von der Dauer ab. Dennoch gibt es natürlich Optimierungsmöglichkeiten, bei denen keine betäubenden Salben oder ähnliche Mittelchen nötig sind.

1. Sei aktiv, nicht passiv

Sexytime. Dein Gegenüber legt nicht nur nach allen Regeln der Kunst Hand an dich, sondern gibt dir auch noch einen Blowjob, bei dem du Sternchen siehst. Kommt es dann zum Sex, brauchst du dich nicht zu wundern, wenn du schon nach wenigen Stößen kommst – selbst Pornodarsteller haben dieses Problem.

Der Trick: Sei passiv. Verwöhne deine Partnerin, deinen Partner. Ziehe daraus deine Erregung, nicht daraus, dass du verwöhnt wirst. Bei Frauen hat dieses Vorgehen auch den netten Nebeneffekt, dass sie so durch viel Vorspiel verwöhnt beim Sex zuverlässiger kommen.

2. Trainiere deine Beckenboden-Muckis

Kennst du den PC-Muskel? Das ist der, durch den du beim Pinkeln pausieren kannst. Er hat jedoch auch beim Sex eine wichtige Aufgabe: Nur wenn er angespannt ist, können die meisten Männer kommen. Bloß geschieht das bei Untrainierten automatisch und sie können kaum etwas dagegen tun.

Anders du: Du kannst künftig täglich diesen Muskel für mehrere Sekunden (nicht nur beim Pinkeln) anspannen. Dadurch wirst du immer besser in der Lage, ihn zu kontrollieren. Spürst du dann beim Sex, wie der PC-Muskel sich anspannen will, lässt du einfach locker. Du bleibst zwar hart, aber kommst nicht. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass der Trick nicht unendlich lange funktioniert. Irgendwann übernimmt deine Libido unweigerlich die Kontrolle und spannt ihn an.

3. Gib dir vorher Erleichterung

Sex ist oftmals absehbar – wenn du beispielsweise ein Date hast oder weißt, dass dein Schatz und du den ganzen Abend lang Ruhe haben. Dann kannst du es dir zunutze machen, dass dein Körper auch nach dem Ende der Refraktärphase immer noch langsamer erregt werden kann und entsprechend länger durchhält.

Ein paar Stunden vor einem solchen Termin solltest du es dir deshalb alleine gutgehen lassen. Du kannst dies sogar noch verstärken, indem du mit einem Anal-Dildo deine Prostata massierst – dadurch kommst du stärker, spritzt mehr. Wenn es dann zu zweit zur Sache geht, wirst du zwar wieder scharf und bist leistungsfähig, aber weil die Hormone nicht mehr überkochen, hast du mehr Kontrolle über dich und „ihn“.

4. Kenne deine Stellungen – und vermeide sie

Deine Partnerin legt ihre Beine auf deine Schultern, sodass du besonders tief in sie eindringen und ihre Brüste kneten kannst. Vielleicht stehst du auch eher darauf, Doggy-Style Tempo machen zu können und die Rückansicht zu genießen. Egal um welche Stellung es sich handelt: die meisten Männer haben welche, bei denen sie sowohl durch optische Stimulation wie Reibung besonders schnell kommen.

Dieser Trick ist deshalb ein Langzeitprojekt: Probiere viele Stellungen aus. Versuche dir dabei zu merken, welche dich besonders antörnt. Wenn du es geschafft hast, dann vermeide diese Stellung zumindest zu Beginn einer Nummer konsequent. Erst wenn du wirklich kommen möchtest (oder deine hochkochende Libido es einfordert) wechselt ihr in „deine“ Stellung – und du kannst deinen Orgasmus besonders gut genießen.

5. Mache das Rocky-Training

Was gehört zu jedem Boxfilm von Rocky Balboa dazu? Genau, die musikalisch untermalte Trainingsszene. Die Musik ist für dich optional, das Training solltest du jedoch übernehmen: Es findet im Bett statt, mit dir allein, der Hand an deinem Schwanz.

Je häufiger du dich selbst befriedigst, desto mehr lernst du deinen Körper kennen. Du erkennst die feinen Nuancen, die einen Orgasmus ankündigen und weißt deshalb schnell, wann du die Stimulation unterbrechen solltest.

Das über mehrere Wochen und Monate zu tun ist dein Training: Du masturbierst, bis du merkst, dass du an den Point of no return kommst. Dann lässt du dir einige Momente, um runterzukommen (mitunter, bis du merklich an Härte verlierst). Anschließend beginnst du erneut.

Zu Anfang wirst du das vielleicht ein-, zweimal machen können, bevor deine Libido die Regie übernimmt. Mit der Zeit gelingt es dir jedoch immer öfter. Besonders, wenn du die Pausen immer weiter verkürzt. Mit der richtigen Disziplin kannst du so irgendwann „reif für den Boxring“ werden: Du hast innerhalb eines Zeitraums von vielen Minuten bis vielleicht sogar Stunden die alleinige Kontrolle darüber, wann du kommst. Das ist übrigens auch die Methode, nach der die bereits erwähnten Filmdarsteller vorgehen, damit sie auf Kommando kommen können.

Tipp: Wenn du schon im Training beim Sex die Pausen ausnutzen möchtest, dann entziehe dich und verwöhne dein Gegenüber mit Händen oder Mund, während du temporär gar nicht stimuliert wirst.

6. Lichter aus – bei dir oder generell

Warum kommen Männer? Es ist definitiv nicht nur das gute Gefühl am Schwanz, das dich dem Höhepunkt näherbringt. Es ist der nackte Körper deiner Partnerin, der Knackarsch deines Lovers. Sie beim Sex zu betrachten, kommt aufs Gleiche hinaus wie das Anschauen eines Pornos. Im Klartext also: Je größer und schärfer der optische Reiz, desto schlechter deine Chancen für langes Durchhaltevermögen.

Vor allem, wenn du die anderen genannten Tricks noch nicht nutzen konntest, kannst du als Notfallmaßnahme deshalb den optischen Faktor aus der Sex-Gleichung herausnehmen: Vögelt bei gedimmtem oder gar ausgeschaltetem Licht; schließe im Zweifelsfall die Augen oder schau nicht direkt auf deinen Schatz, wenn du merkst, dass deine Lust durchgeht. Auch das hilft zwar nicht unbegrenzt, kann dir aber wertvolle Momente dazugeben.

Tipp: Besonders effektiv ist es, wenn du in dem Moment noch an etwas denkst, was ausgesprochen abtörnend ist. Denk also an eine Gehaltsverhandlung, an deine schlimmste Schulstunde.

7. Dreht den Sex mal um

Bist du immer der aktive Part? Bist derjenige, der penetriert? Dann weißt du vielleicht, dass das sicher nicht die einzige Methode ist, um dich zum Kommen zu bringen – es ist nur die für dich gewohnteste.

Auch mit einer Partnerin kannst du beim Sex dieses Prinzip einfach umdrehen. Die Lösung sind Dildos für den Po, ganz besonders wenn deine Partnerin sie sich dank Strap-On umschnallen kann. Weniger Lust wirst du dadurch nicht verspüren. Nur eine andere, ungewohntere Form. Ganz besonders, wenn dabei weder du noch dein Schatz die Hand an deinen Schwanz legen. Genieße einfach das gute Gefühl, dass dein Anus und die Prostata stimuliert werden. Mit der Zeit wirst du sogar vielleicht eine hohe Kunst erlernen: Der Hands-Free-Orgasm. Du spritzt ab, obwohl du deinen Penis nicht berührst, sondern nur dein Po stimuliert wird.

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